

Eine in Science veröffentlichte Studie liefert neue Erkenntnisse darüber, wie Brieftauben auch bei bedecktem Himmel ihren Weg finden. Für die Arbeit kooperierte ein interdisziplinäres Team aus Immunolog*innen der Universität Bonn, darunter die SFB1454 Mitglieder Clivia Lisowski und Christian Kurts, sowie Physiker*innen der Universität Duisburg-Essen mit Ornitholog*innen des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie.

Die Forschenden identifizierten eisenreiche Makrophagen in der Taubenleber, die an der Wahrnehmung des Erdmagnetfeldes beteiligt sind und so die Orientierung der Tiere bei Bedingungen in den keine Sonne oder Landmarken zur Verfügung stehen, gewährleisten. Ohne diese spezialisierten Immunzellen, war die Navigationsfähigkeit der Tauben unter bewölkten Bedingungen deutlich eingeschränkt.
Die Ergebnisse weisen auf eine bislang unerwartete Rolle von Makrophagen hin und zeigen, dass Immunzellen Funktionen übernehmen können, die über ihren klassischen Aufgaben in der Immunabwehr hinausgehen. Zudem zeigen sie, dass externe Faktoren – nicht nur die Ernährung, sondern auch Magnetfelder – die Funktion von Immunzellen modulieren könnten. Die daraus resultierenden metabolischen und inflammatorischen Veränderungen werden derzeit untersucht.
Copyright Header-Bild: Lisowski et al. Science (2026)
Pressemitteilungen:
https://www.ukbnewsroom.de/immunzellen-in-der-leber-helfen-tauben-bei-der-navigation/
https://www.mpg.de/26514353/tauben-orientieren-sich-mit-magnetsensoren-in-der-leber